Ein Unternehmen gründen – Branche auswählen

Mit der Gründung eines Unternehmens erfüllen sich die meisten Gründer einen lange gehegten Traum. Doch der eigene Chef zu sein und die eigenen Entscheidungen zu treffen, bedeutet meist auch persönliche und finanzielle Risiken einzugehen. Viel hängt auch davon ab, in welcher Branche Sie sich selbständig machen wollen. Als Designer oder Schreiner ist das möglicherweise viel einfacher als im Einzelhandel oder gar in der Produktion von medizintechnischem Gerät.

 

Wir haben die wichtigsten Schritte zur Unternehmensgründung zusammengestellt. So können Sie Ihre Geschäftsidee optimal und erfolgreich durchsetzen.

 

  1. Voraussetzungen prüfen

Die Gründung eines eigenen Unternehmens erfordert eine ganze Reihe von Fähigkeiten und Kenntnissen. Selbst langjährige Berufserfahrung macht dabei den Schritt in die Selbständigkeit nicht zum Selbstläufer. Möglichkeiten gibt es dafür jedoch in Hülle und Fülle, sei es in der Automobilbranche, in der Ernährungs- oder Gesundheitsindustrie, im Handwerk oder besonders aktuell im Onlinehandel.

 

Persönliche Qualifikation
Auf persönlicher Ebene sollten Sie sich vor allem durch Leistungsfähigkeit, Ausdauer, Fleiß und Ehrgeiz auszeichnen.

 

Als selbständiger Unternehmer sind Sie im wahrsten Sinne des Wortes Ihr eigener Chef. Das bedeutet, dass Sie in der Lage sein müssen, selbständig Entscheidungen zu treffen und diese in Eigenverantwortung umzusetzen. Haben Sie zusätzlich Angestellte, so sollten Sie diese führen und jederzeit Souveränität ausstrahlen können.

 

Zum Schlüssel für den Erfolg kann auch die Unterstützung der eigenen Familie und des Umfeldes werden, die durch ihren Rückhalt Kraft spenden und Sorgen von Ihnen fern halten können.

Die persönlichen Eigenschaften, über die Sie als künftiger Selbständiger verfügen sollten, sind:

  • Ehrgeiz
  • Einsatzwille
  • Ausdauer und Belastbarkeit
  • unternehmerische Risikobereitschaft und Mut
  • Kreativität
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Führungsqualitäten

 

 

Fachliche Qualifikation und Branchenauswahl
Logisch und vernünftig ist es natürlich, sich in einem Beruf selbständig zu machen, den Sie auch erlernt haben und beherrschen. Jahrelange berufliche Erfahrung ist dabei nicht nur von Vorteil, sondern in manchen Branchen Pflicht. Zum Betrieb eines meisterlichen Handwerksbetriebs (Bäcker, Friseur, etc.) muss beispielsweise ein gültiger Meisterbrief vorliegen. Auch im Bereich der Medizintechnik wird fundiertes Fachwissen erwartet. Allerdings ist in manchen Branchen der Quereinstieg deutlich leichter, so zum Beispiel als Webdesigner, Grafiker oder Web-Developer.

Eine Übersicht über notwendige Eigenschaften eines Unternehmers bietet ebenfalls das BMWi.

Businessman considering a brainstorm for marketing

 

Fachkenntnisse allein führen nicht zum Erfolg
Die Führung eines Unternehmens ist ein zweischneidiges Schwert. So sind auf der einen Seite natürlich Fachkenntnisse erforderlich, auf der anderen Seite sollten aber auch unbedingt sichere kaufmännische Kenntnisse vorliegen. Diese sollten Bereiche wie Buchführung, Preisgestaltung, Kostenrechnung etc. einschließen. Besitzen Sie keine kaufmännischen Ausbildung, empfiehlt sich dringend eine Weiterbildung.

Das BMWi bietet Selbsttests an, in denen Sie Ihre Fähigkeiten auf die Probe stellen können.

 

  1. Businessplan

Der Business-Plan ist das A und O in Ihrer Unternehmensplanung. Ein ausgewogener und korrekt erstellter Businessplan entscheidet nicht nur über den späteren Erfolg und die Branche Ihres Unternehmens, sondern kann auch mögliche Investoren und Kreditgeber von der Leistungsfähigkeit Ihres Betriebs überzeugen.

 

  1. Genehmigungen einholen

Die Gründung eines Unternehmens kann von Notarbesuchen bis zur Beantragung von Baugenehmigungen und der Schließung von Mitarbeiterverträgen sowie Versicherungen und Steuersachen alle Arten von bürokratischen Akten erfordern. Je nach Branche kann das mehr oder weniger aufwändig sein.

Informieren Sie sich gründlich über alle nötigen Behördengänge und planen Sie dabei mehr Zeit ein, als Sie zu brauchen glauben. Treffen Sie keine voreiligen Entscheidungen, wie beispielsweise die verfrühte Kündigung Ihres Arbeitsvertrages. Denn solange Ihr Unternehmen nicht gegründet ist, können Sie auch nicht mit Einnahmen rechnen.

 

  1. Beraten lassen

Rat können Sie sowohl privat (von anderen Selbständigen) als auch von Behörden einholen. Informieren Sie sich über lokale Gründerinitiativen oder wenden Sie sich direkt an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, das zum Thema Unternehmensgründung ausführliche Informationen bietet.

Eine Liste mit möglichen Ansprechpartnern bietet auch das Gründerforum.